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Asylbewerber sollen Bibliotheken als Orte der Begegnung kennenlernen

Zum Tag der Bibliotheken am Samstag wirbt die Geschäftsführerin des Deutschen Bibliothekenverbands, Barbara Schleihagen, gezielt um Flüchtlinge.

Von Insa van den Berg

„Asylbewerber können und sollen unsere Häuser als Orte der Begegnung und Bildung kennenlernen“, sagte sie im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Im Bibliotheksverband sind etwa 2.100 Büchereien zusammengeschlossen. Viele dieser Einrichtungen machen Flüchtlingen spezielle Angebote, wie Schleihagen betonte: Und das „nicht erst jetzt, sondern oftmals schon seit Jahrzehnten.“ Auf diesem langjährigen interkulturellen Engagement wollen die Büchereien laut Schleihagen nun aufbauen. „In den ersten Wochen haben die Ankommenden ja oft sehr viel Zeit, weil sie auf die Bearbeitung ihres Asylantrags warten.“ Sie verfügten aber nicht immer über das Geld, um diese Zeit gut zu nutzen, um sich beispielsweise fortzubilden. Hier könnten die Büchereien einspringen. In vielen deutschen Bibliotheken haben die Besucher daher nach Angaben der Verbandsgeschäftsführerin kostenlos Zugang zu Sprachlern-Medien und zu Zeitungen aus aller Welt. Etliche Einrichtungen böten auch freies WLAN. Für die Ausleihe hingegen ist üblicherweise eine Meldebestätigung nötig, und fast überall wird auch eine Jahresgebühr fällig. Um diese Hürden für Flüchtlinge abzubauen, versuchen laut Schleihagen „viele Bibliotheken, unbürokratische Lösungen über Sponsoren oder Schnupper-Mitgliedschaften zu finden“ – so zum Beispiel in Hamburg, München, Magdeburg, Köln und Bremen.

Angebot der Bibliotheken für Flüchtlinge

In diesem Jahr werden bis zu eine Million Flüchtlinge in Deutschland erwartet. Bei ihrer Integration wollen auch die Bibliotheken helfen. Einige Beispiele:

* In den Bücherhallen Hamburg können jede Woche Zuwanderer in 80 Gesprächsgruppen gemeinsam Deutsch sprechen und dabei auch Einheimische kennenlernen. Themen sind Berufschancen, Hobbys, Kindererziehung. Die Teilnahme ist kostenlos.

* In der internationalen Jugendbibliothek München stehen Comic-Helden im Zentrum eines Workshop-Angebots für Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 12. Sie zeichnen Comics zum Thema Migration. In dem Kurs begegnen sich Regelschüler und solche aus sogenannten Übergangsklassen, also Kinder und Jugendliche, die gerade erst in Deutschland angekommen sind.

* Die Stadtbibliothek Magdeburg bietet ein „Bilderbuch-Kino“ für Kinder und ihre Eltern an: in deutscher, englischer und französischer Sprache. Mit Büchern zum Thema Toleranz und Flucht gehen Bibliotheks-Mitarbeiter in die Kindergärten der Stadt.

* In der Stadtbibliothek Köln eröffnet am 31. Oktober der „Sprachraum – ein Kommunikations- und Informationsort für Menschen jeder Herkunft“. Dort soll gemeinsam gelernt und gespielt werden.

Nachrichtenagentur epd - Zentralausgabe, 21. Oktober 2015


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